Auf dem Weg oder Angekommen?

Dieser Eintrag stammt vom 15.09.15 und wurde von meinem alten Blog übernommen.

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Mehrmals in meinem Leben war ich schon an einem Punkt, an dem ich dachte, ich hätte DEN Plan für mein Leben.

Zu Beginn meines Studiums hatte ich genaue Pläne, wohin mich dieses bringen sollte und was ich danach machen wollte. Doch dann kam eine neue Studienverordnung und ich musste meine Pläne überdenken und warf sie schließlich über den Haufen.
Nach einem halben Jahr verschiedener Praktika hatte ich neue Pläne und begann eine Ausbildung. Zu dieser Zeit lernte ich dann meinen jetzigen Mann auch besser kennen und ich bin mir sicher, dass er mir geholfen hat die Ausbildung durchzustehen.  Die Ausbildung machte mir fachlich gesehen nämlich Spaß, doch meine Mitauszubildenden keinen. Dennoch blieb ich dabei und kam in mein drittes Lehrjahr, das Praktische. Nebenher begann ich ein Onlinestudium, das ich nach kurzer Zeit beendete, da es meinen Vorstellungen nicht entsprach, im darauffolgenden Jahr wollte ich das Fach wechseln, doch wieder einmal kam alles anders. Kurz vor Abgabe meiner Abschlussarbeit heirateten mein Mann und ich und auch die Vorbereitung und Freude darauf ließ mich all die negativen Seiten der Ausbildung durchstehen.
Kurz nach unserer Hochzeit und vor dem Ende meiner Ausbildung erfuhr ich, das ich (ungeplant, aber sehr gewünscht) schwanger war. Das bedeutet in meinem Beruf in den meisten Fällen ein Berufsverbot. Und wieder schienen all meine Pläne bedeutungslos. Doch auf Grund verständnisvoller Menschen würde ich zur Abschlussprüfung zu gelassen und bestand diese.
Allerdings war klar, dass ich, schwanger, keine Stelle finden würde, deshalb blieb ich bis zur Geburt unseres Sohnes zu Hause, was manchmal echt anstrengend und langweilig war.
Seit er nun auf der Welt ist, bin ich mir absolut sicher, dass ich nur ungern in meinem Ausbildungsberuf arbeiten möchte und mache mir zur Zeit einige Gefanken über meine Zukunft, konkrete Pläne habe ich nicht und dennoch fühle ich mich Angekommen. Ich fühle mich genau am richtigen Ort mit meinen beiden Männern. Als Ehefrau, als Mutter, als ich. Zum ersten Mal im Leben ist es in Ordnung für mich keine Pläne zu haben.
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Heute morgen, als ich völlig übermüdet und natürlich zu spät mit dem Baby auf dem Weg zum Arzt war, musste ich kurz stehen bleiben und mit den Tränen kämpfen, nicht, weil ich mich überfordert gefühlt habe, sondern weil ich glücklich war und das erste Mal in meinem Leben das Gefühl habe, dass ich angekommen bin.
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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. I stumbled upon your blog via the climbing tree post and so glad I did.

    So happy you felt this „angekommen“ way. Today’s world culture puts such a big pressure on women to have careers just like men do while most women would be happy to stay at home, make home and take care of their dear ones.
    I think you are doing fine and are a great mum.

    Wie tolle Mama bist du!!! Mein Deutsch ist nicht so toll und habe immer angst den Kommentar zu schreiben aber lese gerne alle deine Beiträge.
    Viel Glück! 🙂

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    1. Sophie, thank you for your kind words. I really appreciate them!

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  2. lebenmitohne sagt:

    Liebe Sarah, wow, ich habe Gänsehaut und freue mich sehr für dich und das Gefühl, angekommen zu sein! Das schönste Gefühl überhaupt! Alles Gute für dich 🙂

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