Mamasein: Geburtsbericht

Ich habe für die nächsten Wochen einige Blogeinträge zum Thema Mamasein und Dingen Rund um’s Baby geplant und dachte, ich sollte damit wohl ganz am Anfang beginnen. Also nicht ganz am Anfang, denn zur Schwangerschaft werde ich wohl eher nichts schreiben, außer vielleicht irgendwann einmal einen kleinen Post zum Thema Kleidung oder Verunsicherung, sondern mit der Geburt unseres Sohnes.
Der Geburtsbericht ist nicht unbedingt kurz und beinhaltet einiges, das vielleicht nicht jeder wissen möchte, weshalb die Interessierten nach dem Cut weiterlesen können, die anderen einfach weiterscrollen.

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Unser Sohn wurde Sonntagnacht am 1.3.2015 um 2.13 Uhr geboren.

Im Nachhinein weiß ich, dass der Start der Geburt der Freitag war, währenddessen kam es mir aber nicht so vor. Dennoch beginne ich meinen Bericht an besagtem Freitag. Mir ging es den ganzen Freitag nicht sonderlich gut, mir war flau im Magen, ich konnte nicht richtig essen und auch mein Kreislauf spielte verrückt. Ich bat meinen Mann einkaufen zu gehen, nur dass wir zur Sicherheit Essen für’s Wochenende und die kommende Woche hatten- wir planten Dinge ein, die er im Fall der Fälle kochen konnte. Ich schlief in dieser Nacht nicht besser und nicht schlechter, als die Nächte zuvor.

Samstags ging es mir etwas besser, doch irgendwie fühlte ich mich einfach nicht fit. Ich verbrachte den Großteil des Tages vor dem Fernseher und versuchte zu lesen, doch ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Außerdem trank ich nochmals zwei Liter Himbeerblättertee, einfach um mein Gewissen zu beruhigen und „zur Sicherheit“. Nachmittags spürte ich dann einen leichten Druck und fühlte mich wieder ziemlich komisch, dennoch war ich mir ziemlich sicher, dass das nicht wirklich was zu bedeuten hatte. Meine Schwester kam mich dann noch besuchen und fragte, ob ich denn sicher sei, dass er nicht am errechneten Termin kommen würde. Der errechnete Termin war nämlich am nächsten Tag und da wäre sie noch da, bevor sie wieder in ihre Unistadt fahren würde. Ich sagte ihr, dass ich mir absolut sicher bin, dass er nicht kommen würde.
Mein Mann hatte dann ein Fußballspiel und wollte mich erst nicht alleine lassen, ich schickte ihn aber weg. Da das Ziehen etwas stärker wurde kam mir zum ersten Mal in den Kopf, dass es Wehen sein könnten – allerdings dachte ich, dass es Senkwehen sind, da ich zuvor keine gespürt hatte. Ich ging dann in die Badewanne und blieb dort zwei Stunden. Das Ziehen verschwand fast komplett wieder, wodurch ich meine Theorie der Senkwehen bestätigt sah. Heute denke ich, dass das wahrscheinlich doch leichte „richtige“ Wehen waren, da sie aber vollkommen schmerzlos waren, sehe ich es nicht als den Wehenstart oder den Start der Geburt.
Mein Mann kam gegen 20.00 Uhr nach Hause und wollte auf einen Geburtstag gehen, ich ließ ihn gehen, denn mir ging es ja gut. Leider fand der Geburtstag in einem Keller statt, in dem er keinerlei Handyempfang hatte, hätte ich das vorher gewusst, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht gehen lassen.
Ich lackierte mir meine Nägel, sortierte die Bücher im Wohnzimmerregal, schaute das Supertalent und machte noch Bauchfotos, nur zur Sicherheit.

Um 21.36 Uhr hatte ich dann das erste Mal etwas, was ich als Wehe identifizieren konnte. Zehn Minuten darauf schon die nächste, ich stoppte die Wehen mit einer App. Als ich ab 22.00 Uhr dann alle 4-5 Minuten eine Wehe hatte und diese zunehmen schmerzhafter wurden, versuchte ich meinen Mann gegen 22.15 Uhr zu erreichen. Leider hatte er keinen Empfang und alle anderen Leute, von denen ich wusste, dass sie auf dem Geburtstag sind, auch nicht… .
Ich machte noch ein Bild vom Bauch und fing an das Bett frisch zu beziehen.
Die Wehen wurden zunehmen stärker und irgendwann rief mich mein Mann zurück und war zehn Minuten später zu Hause. Er fragte, ob wir los müssen, ich sagte und dachte, dass wir bestimmt noch Zeit hätten, da ich immer im Kopf hatte, dass wir erst los müssen, wenn die Wehen über zwei Stunden alle fünf Minuten kommen. Doch dann kam die nächste Wehe und ich musste in den Vierfüßlerstand, weil sie mir so weh tat. 
Darauf hin, sagte ich, dass es wohl doch besser sei, wenn wir jetzt losfahren. Mein Mann wurde ziemlich aufgeregt und fing hektisch an, Sachen zusammen zu suchen. 
Bevor ich ins Auto einstieg, musste ich noch eine Wehe im Vierfüßlerstand veratmen. Gegen 23.00 Uhr fuhren wir los. Auf der Fahrt ins Krankenhaus hatte ich weiterhin Wehen und kämpfte damit, eine bequeme Position zu finden.
Kurz vor dem Krankenhaus, an einer Ampel, bremste dann das Auto vor uns abrupt ab und mein Mann wäre fast aufgefahren, zum Glück ist aber nichts passiert.
Am Krankenhaus angekommen, musste ich mich auf den Boden knien um eine weitere Wehe durchzustehen. Wir hörten noch draußen eine Frau vor Schmerzen schreien und mutmaßten, dass diese Schreie wohl aus dem Kreißsaal kamen.
Bei den Kreißsälen angekommen, sollte ich erst ins CTG-Zimmer und mich auf das Bett zum Schreiben des CTGs legen. Schon nach wenigen Minuten musste ich klingeln um zu sagen, dass ich nicht liegen kann und Schmerzmittel verlangen. Ich bekam homöopathische Tabletten. Als die Hebamme nach einer Weile wieder reinkam und sah, dass ich stand und kaum CTG aufgezeichnet wurde, war sie überrascht und sagte, dass sie aber ein gutes CTG brauchen würden. Ich sagte, dass mir dies nicht möglich wäre und ich Schmerzen im Liegen habe und es nicht mehr auf dem Bett aushalten würde. Sie wollte nach dem Muttermund fühlen, da sie dachte, ich sei schon weiter, als ursprünglich angenommen. Sie fühlte 5 cm und ich war sehr erleichtert, dass die Schmerzen den Muttermund schon deutlich geöffnet hatten. Sie erklärte mir aber, dass momentan kein Kreißsaal frei wäre und wir warten müssten, eine andere Hebamme kam und die beiden besprachen, dass ich das Kind eben im Notfall im CTG-Zimmer entbinden müsse. 
Dann wurde doch ein Kreißsaal frei und meine Hebamme sagte, dass wir nun rüber gehen könnten und fragte mich, ob ich vorher noch aufs Klo gehen wolle. Ich bejahte dies, doch irgendwie geriet dies in Vergessenheit. Auf dem Weg zum Kreißsaal bemerkte ich, dass ich anfing zu bluten. 
Ich sollte mich dann in den Vierfüßlerstand auf das Bett stellen und verbrachte scheinbar einige Minuten so, bis ich mich schließlich umdrehen wollte. 
Ich merkte, wie etwas drückte und wollte es aber nicht drücken lassen. Die Hebamme erklärte mir immer wieder, dass ich das zulassen müsse und nicht dagegen ankämpfen, sonst würde sich der letze Rand des Muttermunds nicht öffnen. Irgendwann ließ ich den Druck zu, doch die Fruchtblase wollte nicht platzen und drückte immer weiter. Ich bekam eine Spritze gegen die Schmerzen, doch die bewirkte vor allem, dass mir schwindelig wurde. Diese Spritze bereue ich im Nachhinein wirklich und wäre froh gewesen, hätte ich, wie ursprünglich geplant im Hebammenkreißsaal entbinden dürfen, da ich dort diese Spritze gar nicht erst bekommen hätte.
Mein Mann legte mir ein feuchtes Tuch auf die Stirn, unterstütze mich, wie er nur konnte und atmete mit mir mit.
Schließlich entschied sich die Hebamme die Fruchtblase aufzustechen und der Druck ließ sofort etwas nach. Danach dauerte es nicht mehr lange, bis ich einen unglaublich großen Druck verspürte (ich würde sagen, dass es sich anfühlte, als müsste ich eine Melone -entschuldigt diesen Ausdruck- kacken). Es dauerte einige Zeit, bis ich dieses Gefühl zulassen konnte und nicht mehr nur schrie, sondern atmete und endlich pressen durfte. Die Hebamme fragte mich, ob ich den Kopf fühlen wollen würde, ich verneinte. Und nach ca. drei Mal Pressen war der Kopf draußen. Danach musste ich noch einige Male weiterpressen, bis der restliche Körper draußen war. Sofort wurde mir unser Sohn auf die Brust gelegt und diesen Anblick werde ich wohl nie vergessen- dieses perfekte kleine Wesen sollte tatsächlich da drin gewesen sein? Seine genaue Geburtszeit ist 2.13 Uhr- weniger als vier Stunden nach der ersten richtigen Wehe.
Die Ärztin, die die letzetn zwanzig Minuten anwesend gewesen war, legte mir einen Zugang (auch dieses würde ich nicht wieder wollen) und spritzte mir Oxytocin um die Geburt der Plazenta zu beschleunigen, sie sagte, ich solle drücken, wenn die nächste Wehe kommen würde. Ich hatte keine Lust zu warten und schon gar keine Lust auf noch mehr Wehen und presste sie einfach so heraus.
Anschließend musste ich ziemlich lange genäht werden (großes Kind, schweres Kind, großer Kopf, schnelle Geburt), doch das interessierte mich null, ich hatte schließlich unser Kind auf mir liegen.
Wir blieben noch einige Stunden im Kreißsaal und die Ärztin überzeugte mich, im Krankenhaus zu bleiben, da ich in den letzten Wochen der Schwangerschaft an Bluthochdruck gelitten hatte und sie sicher gehen wollte, dass dieser nun weg sei. So wurde ich gegen halb 6 auf die Station verlegt und mein Mann fuhr nach Hause. Ich verbrachte die Zeit damit unseren Sohn anzuschauen und zu kuscheln. Um halb neun kam mein Mann wieder und ich wollte unbedingt nach Hause. Meine Eltern und unsere Geschwister kamen uns besuchen. Und gegen 15 Uhr entschied ich, dass wir noch am selben Tag gehen würden, denn weder wurde mein Blutdruck kontrolliert, noch war die diensthabende Krankenschwester nett oder kam mir entgegen (mir wurde das richtige Anlegen nicht erklärt, lediglich eine Broschüre überreicht, noch bekam Schmerzmittel, trotz meiner Risse und der Naht, noch etwas zum Kühlen oder ähnliches – zu Hause hielt ich das gut aus, aber da war ich auch in meiner Wohlfühlumgebung,). Gegen 18.00 Uhr verließen wir dann das Krankenhaus auf eigene Verantwortung und gegen 19.00 Uhr schaute dann noch meine Wochenbetthebamme vorbei.

Ich empfande die Geburt alles andere als schlimm, als zu schmerzhaft, noch so, als würde man es nicht schaffen können und habe sogar am selben Abend noch gesagt, dass ich mir vorstellen kann, das alles noch einmal zu erleben.
Allerdings würde ich das nächste Mal wirklich ohne Schmerzmittel und ambulant entbinden, wie es auch dieses Mal geplant gewesen war.

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