9 Monate Mamasein

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Heute bin ich tatsächlich seit neun Monaten Mama.
Im englischen gibt es den schönen Ausdruck „feeling all the feelings“ und genau so geht es mir, wenn ich darüber nachdenke, dass ich tatsächlich schon neun Monate Mama bin.
Einerseits erinnere ich mich noch genau an den zweiten Strich auf dem Schwangerschaftstest, an die Tränen, die Unsicherheit und die Freude danach, andererseits kann ich mir nicht mehr vorstellen, dass er tatsächlich in meinem Bauch war.
Ich fühle den Moment des ersten Blickes noch genau, doch wenn er mit seinen tappsigen Schritten und seinem Spieletrapez durch das Zimmer läuft, dann kann ich selbst nicht fassen, wie schnell die Zeit vergangen ist und wie lange der erste Blick tatsächlich schon her ist.

Neun Monate.
Ich erinnere mich genau, wie es war, als ich noch keine Mama war, wer ich war und was ich getan habe, dennoch fühlt es sich so an, als wäre er schon immer da und schon immer ein Teil von mir.Das Mamasein war von der ersten Sekunde an einfach etwas, das geschehen ist, das mich übermannt hat, das ich einfach war, aber gleichzeitig ist es auch das Schwerste, was ich jemals tun musste und durfte. Ich muss jeden Tag unglaublich viel lernen, genauso viel wie er- und das ist das Tolle daran: wir dürfen zusammen lernen, wir dürfen beide zusammen die Welt erkunden. Er zum ersten Mal, ich zum zweiten Mal, als Mama, durch seine Augen.

Neun Monate habe ich schon diese neue Rolle und so langsam beginne ich, zu verstehen wer ich jetzt bin, dass es die alte Sarah auch noch gibt. Ich lerne die Balance zwischen Mama und Sarah kennen. Ich gehe wieder weg, auch ohne Kind und ich schaffe es tatsächlich diese Zeit zu genießen, mir keine Gedanken zu machen, ihn anderen Menschen anzuvertrauen. Ich glaube allgemein, dass das tatsächlich bisher das schwerste am Mamasein für mich ist und war; mich in meiner neuen Rolle zurecht zu finden und es wird wahrscheinlich noch eine ganze Weile dauern, bis ich mich wirklich gefunden habe, doch das ist in Ordnung. Mir ist klar geworden, dass ’nur‘ Mamasein nicht meine Erfüllung ist, aber ich es gerne bin.

Neun Monate Mamasein bedeutet auch neun Monate nicht mehr durchgeschlafen und das ist wirklich etwas, dass schwer für mich ist und ich hoffe, dass ich das irgendwann bald wieder darf und dann tatsächlich auch kann. Gleichzeitig ist es das schönste Gefühl, wenn er nachts wach wird und sich dann in meinen Arm kuschelt und dort wieder einschläft.

Neun Monate, in denen ich geweint und gelacht habe, verzweifelt und zuversichtlich, offen und müde, gespannt und genervt war.

Neun Monate, die mir klar gemacht haben, dass mein Herz für immer verloren ist, neun Monate, die mir gezeigt haben, dass das wundervollste Verlieren ist, dass es gibt.

Neun Monate, die ich meinen zauberhaften, fantastischen, frechen, liebenswerten, haareziehenden, unterhaltsamen, kleinen Schatz kennenlernen durfte.

Auf viele weitere neun Monate.

 

 

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