Mamasein: Ein Jahr! 

Gestern ist mein kleines Baby eins geworden und somit kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind. Der Tag war anstrengend, vor allem emotional. Ich habe versucht meine Gedanken und Gefühle des letzten Jahres in Gedanken zu fassen und mal wieder einen privaten Beitrag mit euch zu teilen.


Das letzte Jahr ist wahnsinnig schnell, aber manche Nächte sehr langsam vergangen. Ich habe das Gefühl, dass es das schnellste Jahr meines Lebens war und das, obwohl es einen Tag mehr hatte. Mein kleines Baby ist heute ein Jahr alt. Ich kann es noch gar nicht glauben. Ja manchmal, kann ich immer noch nicht glauben dass er überhaupt da ist. Er ist ein Wunder, ein kleines, fröhliches, manchmal sehr anstrengendes Wunder.

Das letzte Jahr hat mir so viel beigebracht, mich wachsen lassen, Kräfte freigesetzt, von denen ich nicht ahnte, dass ich sie habe und so viele Momente wirklichen Glühks beschert. Es gab so viele Momente, in denen es mir schien, als ob ich meine Nerven verlieren würde, nur um festzustellen, dass meine Nerven plötzlich stärker als Drahtseile waren und zwar reißen konnten, aber nie so, wie ich es gewohnt war und dass sie dann innerhalb von Sekunden wieder zusammen wachsen würden. Und sie rissen in Liebe, nicht so, wie die anderen Menschen gegenüber, die ich ebenfalls liebe, bei denen man dies in den Sekunden voller Wut gerne mal vergisst, sondern sie rissen- oder soll ich besser sagen, brachen- mit Liebe. Dieser unbeschreiblichen, omnipräsenten Liebe, von der man liest und hört, sie aber erst versteht, wenn man sie selbst fühlen darf.

Das letzte Jahr hat mir gezeigt, dass man nicht alles richtig machen muss und richtig machen kann. Das wichtigste ist, dass man es gut macht, wie man kann. Dass die Liebe zum Kind, das wichtigste ist und dass man, wenn man aus Liebe handelt eine gute Mama ist, auch wenn man das manchmal anzweifelt.

Das letzte Jahr war oft anders, als gedacht. Die Geburtsmailer, das Stillen schwieriger, die Nächte länger und vieles andere anders, als ich es mir vorgestellt habe – und das, obwohl ich zumindest in der Theorie einiges wusste. Beim eigenen Kind empfindet man doch ganz anders, als bei all den Kindern im Kindergarten oder im Bekanntenkreis. Beim eigenen Kind, macht man Fehler,  an denen man eigentlich weiß, dass wenn sie nicht tun sollte. Beim eigenen Kind setzt der Verstand manchmal eben einfach aus.

 
Das letzte Jahr war eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Himmel hoch jauchzend, zu Tode erschöpft und müde, Freude über einen kleinen Mucks oder eine Bewegung oder Ärger darüber, wenn sie nachts um elf stattfand. Tränen des Glücks, Tränen der Überforderung, Tränen der Angst, Tränen ohne Grund.

Das letzte Jahr hatte mich Geduld gelernt und mir die Erkenntnis gebracht, dass ein Kind einschränkt und das ist manchmal nicht ganz leicht ist mit dieser Einschränkung umzugehen und das ist in Ordnung ist, das auszusprechen. Aber das war ein ehrliches Lachen und die Freude darüber mich zu sehen all diese Gedanken wegwischen.

Das letzte Jahr hat mir so viel Verständnis für andere Eltern, darunter auch meine eigenen, gebracht.

Das letzte Jahr hat mich kleine Momente zu schätzen gelert. Kleine Momente, in denen mein Kind neue Dinge gelernt. Kleine Momente in denen er mich angelächelt. Kleine Momente in denen er selbst gespielt hat. Und kleine Momente der Auszeit Mama, meine Lieblingsserie ohne Unterbrechung zu schauen, meinen Kaffee warm zu trinken, meine Nägel zu lackieren, ein paar Seiten in einem Buch zu lesen, Zeit einen Kuchen zu backen, Zeit mit meinem Mann essen zu gehen. Zeit zu dritt.

Dankbarkeit. Empfinde ich vor allem, wenn ich auf das letzte Jahr zurückblicke. Schöne Momente, haben lange Nächte schon lange in meinen Hinterkopf verbannt.

Und auch wenn ich gestern (und die Tage davor) dachte, dass das alles viel zu schnell geht und deshalb die ein oder andere Träne verdrückt habe, freue ich mich, auf all das was noch vor uns steht, auf all das, was er lernen wird, dass ich lernen werde, jeden Moment zusammen und auf alles.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s